Donnerstag, den 09. März 2017 um 12:48 Uhr
Autor: Maxwell

Fake News oder Wahrheit

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Das Urvertrauen in etablierte Medien ist erschüttert. Berichterstattungen lösen Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt aus. Das Wort Fake News macht die Runde u-nd trifft unprofessionelle Kommentatoren und bezahlte Journalisten gleichermaßen.

Das schnelle Internet und eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsquellen machen es für das Individuum schwierig, die Fülle an Nachrichten richtig zu kanalisieren und einzuordnen. Wer berichtet richtig und wer falsch? Wer darf berichten und wer nicht? Wo finde ich echte Information und wie finde ich heraus ob sie korrekt ist? Welchem Medium schenke ich noch mein Vertrauen oder welchem Autor folge ich?

Es gab Zeiten, in denen ein Journalist einen hohen Anspruch an seinen Beruf erfüllen musste. Ein Artikel, der in einem anerkannten Medium veröffentlicht wurde, hatte den Anspruch auf ordentliche Recherche und Verlässlichkeit der Quellen. Auch der Leser konnte und hat sich darauf verlassen. Durch die immense Geschwindigkeit mit der Nachrichten verbreitet werden und insbesondere die ungeheure Menge an Informationen, die in jeglichem Medium veröffentlicht werden ist die Situation unübersichtlich geworden.

Viele Journalisten nutzen die neuen Möglichkeiten und recherchieren ihre Artikel im Internet. Viele verbreiten erschienene Nachrichten im Vertrauen auf ihre Richtigkeit leicht überarbeitet weiter. Die Qualität der Publikationen leidet darunter sehr.

Fraglich ist die Notwendigkeit vieler Boulevardblätter und Schundzeitungen. Wenn qualitativ nichts beigetragen wird sind sie schlicht und ergreifend überflüssig. Ein echter Journalist ist heute nicht mehr auf eine Anstellung bei einer Zeitung angewiesen. Fakten und ehrliche Arbeit werden sich auf lange Sicht immer durchsetzen. Wer sauber recherchiert und seinen Lesern Qualität bietet, wird von diesen auch entsprechend entlohnt.

Für den Leser ist es wichtig, sich auf die philosophischen Grundlagen richtiger Informationsverarbeitung zu besinnen. Intellektuelle Informationsverarbeitung setzt 5 Schritte voraus – Analyse, Zusammenfassung, Wiedergabe, Verknüpfung und Gedächtnis.

Für eine umfassende Analyse muss genügend Information vorhanden sein, um sich in alle Richtungen bezüglich eines Themas weiterbilden zu können. Die getroffenen Erkenntnisse muss jeder einzelne in seiner Bedeutung für sich selbst zusammenfassen und ein wiedergabefähiges Fazit produzieren. Das wiederum muss er in einen anderen Kontext stellen können und miteinander korrespondierende Ereignisse und Fazits miteinander verknüpfen. Schlussendlich muss das ganze so aufbereitet sein, dass es sich im Gedächtnis einprägt und zu gegebener Zeit neu kombinieren und anbringen lässt.

So sollte eigene Meinungsbildung grundsätzlich zu Stande kommen. Eine aufgeklärte und freie Gesellschaft hat das Recht darauf, sich umfassend zu informieren und weiter zu bilden. Fraglich ist, ob im Überwachungsstaat heute überhaupt eine freie und intellektuelle Gesellschaft erwünscht ist.

Der qualitative Journalismus muss sich hinterfragen und auf seine alten Werte besinnen. Vorlagen zu den Themen liefert die Bevölkerung mittlerweile selbst. Es gilt einen Ruf zu wahren und einen ehemals hoch angesehenen Beruf wieder ehrbar zu machen.

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