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Warum gibt es eigentlich so etwas wie "2 Lager" im "Fall Mixa"?
Warum schlagen die Wellen in seinem Fall so hoch?
Für die einen ist er ein fast schon heiliger Märtyrer.
Für die anderen ist er ein egozentrischer, eitler, eigensinniger alter Mann, der auf jeden Fall demontiert, zerlegt und abgeschrieben werden und dann in der Versenkung auf Nimmerwiedersehen verschwinden soll.
Dr. Walter Mixa ist sicherlich eine starke Persönlichkeit, die eine eigene Meinung hat und diese auch nicht verbirgt. 
Solche Menschen ecken oft an, wenn sie auf andere Meinungen treffen, sie polarisieren, wo immer sie auftreten.
In seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen war er wohl bei dem überwiegenden Teil der Bevölkerung beliebt und anerkannt. Seine Ministranten mochten ihn, seine Schüler -er gab auch Religionsunterricht- ebenso. Er galt als positiv engagiert und setzte sich wohl immer schon für den Priesternachwuchs ein.
Als Bischof von Eichstätt und oberster Militärseelsorger wurde auch nichts gravierend Nachteiliges bekannt. Der Bischof half so manch jungem Soldaten, der mit der Religion nichts im Sinn hatte, einen Weg zur Kirche zu finden und zelebrierte dann auch öfter in einer feierlichen Messe die Aufnahme der jungen Leute. Ebenso half er so manchem, zu seiner Berufung zum Priesteramt zu finden.
Dazu fanden viele sehr persönliche Gespräche statt, die der Bischof unkonventionell bei sich oder auch einmal bei einem Waldspaziergang ermöglichte.
Heute wird ihm angelastet, er habe eine zu grosse "Nähe" zu jungen Leuten entwickelt.
Bei "Nähe" schrillen natürlich sofort die Alarmglocken, es geht schon bedenklich in Richtung "Missbrauch".
Ein Gespräch unter 4 Augen kann sich heute kein Erzieher, kein Lehrer, kein Pfarrer, kein Vorgesetzter so einfach mehr erlauben, denn er steht unter Umständen nachher allein da gegenüber schrecklichen Anschuldigungen.  
Es gibt aber wohl auch eine ganze Reihe junger Leute, die dankbar waren und es immer noch sind dafür, dass sich jemand kompetentes mit ihnen eingelassen hat, ihnen seine wohl doch kostbare Zeit geschenkt, ihnen wirklich geholfen hat, ihren religösen Weg im Leben, sei es als Geistliche, sei es als Familienväter zu finden.
In seiner Zeit als Augsburger Bischof ist er öfter ins Rampenlicht getreten, weil er seine Meinung zu brisanten Themen -Zölibat, Abtreibung, Kinderbetreuung etc.- laut geäussert hat. Dabei hat er wieder polarisiert. Er stand meistens im Gegensatz zu der herrschenden öffentlichen Meinung, hat aber immer den offiziellen Standpunkt der Kirche von Rom vertreten. Nur waren seine Äusserungen nicht verschlungen und vieldeutig, sondern klar, eindeutig und oft provozierend.
Das hat ihm viele, viele Feinde eingebracht.
Von nun an musste er damit rechnen, dass diese darauf sinnen würden, ihn irgendwie zu Fall zu bringen, und deshalb musste er doppelt auf der Hut sein bei allen Anschuldigungen, auf die er gefasst sein musste.
Was immer im Waisenhaus vorgefallen ist, es war falsch zu sagen, "ich habe nie ein Kind geschlagen, das widerspricht meiner Auffasung von christlicher Erziehung", wenn er auch nur einem Kind jemals eine Watschn gegeben hat. 
An jemanden, der überall hohe Massstäbe anlegt, keine Auseinandersetzung scheut, werden natürlich auch besonders hohe Massstäbe an das eigene Verhalten gesetzt.
Traurig ist nun, wieviel Schaden die Kirche insgesamt an dieser Auseinandersetzung nimmt, in Zeiten, wo sich sowieso die öffentliche Meinung der Kirche immer wieder als Prügelknaben bedient.
Es ist daher auch nicht zu erwarten, dass es ein faires Verfahren, geschweige den eine faire öffentliche Diskussion über den Fall "Mixa" gibt.
Denn Positives über ihn hört man nur pauschal, schon um ihm ja "gerecht"zu werden, aber dann kommt die Latte der Untaten......
Warum sagt niemand einmal genaueres über die misshandelten Kinder? Was haben sie denn seinerzeit angestellt, so dass die Klosterschwestern den Stadtpfarrer zu Hilfe holten? Fest steht doch, dass es sich um schwierige Fälle handelte, aber da hört man nichts, nichts nichts.
Die Prügel, die ausgeteilt wurden, sind aber genau erinnerlich, mit Gürteln und Peitschen und anderem Schauerlichen...
Fehlerlos ist niemand, auch der Altbischof Dr. Mixa nicht, und dass es um ihn, den Polarisierer, jetzt fast nur extreme hitzige Standpunkte gibt, ist nicht erstaunlich, aber dass er derart im "Regen" steht und auch keinerlei wirklich objektive Hilfe von seinen kirchlichen Mitbrüdern erhält, das macht ihn vielleicht wirklich zu einem "Märtyrer".
 

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Kommentare  

+11 #1 Stephanie Fischer-Stabauer 2010-06-18 16:54
"Die Kirche" bemüht sich momentan wirklich nicht, wenigstens nach aussen gefestigt und stark zu wirken... schade, wo doch gerade in diesen Zeiten ein "Fels" gebraucht wird.

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