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Im Zeitalter der Medien und Informationen werden immer mehr kurzfristige Wahrnehmungen und Ereignisse, die oft wenig mit der eigentlichen Wahl-Entscheidung zu tun haben, zu entscheidenden Faktoren, die die Bildung von Regierungen massiv verändern.

bild bei nosvox

Griechenland hat es wieder vorgemacht, wie plötzliche positive oder negative Erlebnisse eine Wahl beeinflussen können. Die griechische Nationalmannschaft hat Russland geschlagen und das Land in einen kurzfristigen Jubeltaumel gestürzt. Verhaltensforscher in Griechenland haben dadurch eine Änderung im Wahlverhalten erkannt. Anstelle eine reinen Protest- und Frustwahl gegen Europa haben freudentrunkene Griechen Europa mit einem mal nicht mehr als Bedrohung angesehen und sind nicht mehr auf Konfrontationskurs zum Euro gegangen, der eigentlich erwartet worden war. 

Nun sollte man eigentlich glauben, dass ein derart heißblütiges Temperament nur in den südlicher gelegenen Ländern vorkommt und in unseren Gefilden eher der abwägende kühle Kopf die Regel ist. So wurde nach den Anschlägen von Madrid die konservative Regierung in Spanien unter Aznar völlig überraschen abgewählt, weil sich das Volk nicht mit der Informationspolitik zu den Anschlägen einverstanden zeigte. Nutznießer waren die Sozialisten, die unter Führung von Zapatero die Wahl gewannen. 

Aber weit gefehlt, auch bei uns können kurz vor Wahlen jederzeit noch alle Hochrechnungen über den Haufen geworfen werden. So musste sich in der CDU-Hochburg Baden-Württemberg der konservative Stefan Mappus überraschen dem Herausforderer der Grünen – nicht einmal der SPD – Wilfried Kretschmann beugen. Ursache war nicht der Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, sondern die Atomkatastrophe in Fukushima. Aus Angst vor einem Atomunglück in Deutschland wurde der Kandidat der Grünen zum Ministerpräsidenten gewählt. 

Die Listekönnte man noch viel weiter fortführen, auch in England bekam Tony Blair Probleme, als sein Sohn beim rauchen einer Haschzigarette erwischt wurde, aber es soll eigentlich nur der Blick auf unsere Medienwelt gelenkt werden. In Zeiten von unzähligen Medien, die fast jede Minute Neuigkeiten und Schlagzeilen produzieren müssen, ist es schwer den Blick aufs Wesentliche zu werfen.  Wir werden so mit Informationen gefüttert, dass wir gar nicht alles aufnehmen können. Da bleiben die Schlagzeilen und Skandale natürlich am meisten hängen und richten den größten Schaden durch Halbwissen an. Wer wirklich gute Arbeit in der Regierung abliefert, dass bleibt dem Großteil der Bevölkerung aber absolut verborgen.

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