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Es war schon ein wundervolles Wochenende. Die Sonne ist endlich herausgekommen. Es wurde gegrillt und gefeiert, was das Zeug hält. Sogar die Niederlage des FC Bayern konnte die Glückseligkeit der letzten Tage nicht wirklich trüben. So feierte man statt dem Gewinn der Champions League einfach die ganze gelungene Saison und ganz Bayern freut sich schon auf die WM in Südafrika.


Als zusätzliches "Schmankerl" konnte man den Montag übrigens auch noch zu Hause bleiben. Es sein denn man wußte warum der Pfingstmontag ein Feiertag ist. Dann ist man eben morgens in die Kirche gegangen und hat sich danach einen schönen Tag gemacht, bzw. das Lange Wochenende verdaut und versucht wieder fit zu werden für die kommende Arbeitswoche.

Alles in Allem ein gelungenes Wochenende. Das ist doch wohl unbestreitbar. Oder hat man was verpasst?

Anscheinend eine ganze Menge. Wenn man an diesem Dienstagmorgen die Zeitung aufschlägt, ist man am Wochenende mal wieder haarscharf am Weltuntergang vorbeigeschrammt. Ein Diktator in Nordkorea versetzt seine Armee in Alarmbereitschaft, Hessens Ministerpräsident und CDU-Vize Roland Koch will seine Ämter niederlegen, BP hat das Bohrloch immer noch nicht gestopft und sogar Partygirl Lindsey Lohan darf LA nicht mehr verlassen und muss künftig mit einer Fußfessel herumlaufen. 
Ist man jetzt noch mutig genug die zweite Seite aufzuschlagen, dann erfährt man, dass die Börsen mal wieder abgestürzt sind und dies in Zukunft unter Umständen auch weiter tun, Taliban einen wichtigen Natostützpunkt mit Raketen angegriffen haben und Christian Traesch - der Ballackersatz - auch noch verletzt ist.

War man jetzt eigentlich der einzige Mensch, der ein ganz schönes Wochenende hatte? Natürlich nicht. Denn die Zeitungen berichten auch gerne über Erfolge und schöne Dinge im Leben. Der in Kuba inhaftierte oppositionelle Journalist und Psychologe Guillermo Fariñas zum Beispiel, der seit dem 26. Februar aus Protest nichts mehr gegessen hat, darf sich freuen. Kuba erlaubt, dass Häftlinge in Gefängnisse ihrer Heimatregionen verlegt werden und ermöglicht zusätzlich die Behandlung von kranken Gefangenen in einem Spital.



Wirklich fröhlich wird man danach aber auch nicht. Etwas bedrückendes haben diese Nachrichten schon an sich. Das ganze schöne Wochenende erscheint in einem ganz anderen Licht. Da sollte man fast ein schlechtes Gewissen haben, dass man so sorglos und fröhlich vor sich hin gelebt hat.

Aber was soll man machen - das Leben ist einfach zu schön, um sich die ganze Zeit nur mit Problemen rumzuschlagen. Und das ist eigentlich auch mal eine Nachricht wert.  



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Kommentare  

0 #3 Ernst Probst 2014-07-18 15:23
Die Medien berichten nicht: Heute gab es in Island keinen einzigen tödlichen Unfall. Heute wurde niemand in Frankfurt am Main ermordet. In Deutschland hat man heute nicht aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Stattdessen informieren Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet meistens über negative Dinge. Dadurch entsteht ein völlig falscher Eindruck. Jeden Tag ereignen sich auch unzählige erfreuliche Dinge, von denen man aber nichts erfährt. Eine Zeitung beispielsweise, die auch darüber berichten würde, was nicht passiert, wäre todlangweilig und würde kaum von jemand gelesen.
+11 #2 Hiasl 2010-05-25 18:37
Also, das haste echt mal gut geschrieben...
+15 #1 István Kornis 2010-05-25 13:27
äuserst gut beschriebenes Wochende!
Ich denke wir sollten manchmal einfach nur dass endlich schöne Wetter geniesen, und nicht immer an all die stattfindenen globalen Katastrophen denken. Wenn der Mensch sich jeden Tag Sorgen um die Weltpolitik macht, hat er keine Zeit für die schönen Seiten des Lebens.
Ein verlengertes Wochenende nur mit der Familie und Freunden verbringen, wirkt wahre Wunder für die Seele!

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