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Kindesmißbrauch war in den letzten Wochen und Monaten ein beherrschendes Thema in den Medien. Tagtäglich neue Meldungen, teilweise schlimm, dass einem der Atem stockt, teilweise aufgebauscht, um Sensationen zu generieren. Schlimm, dass einem der Atem stockt waren zweifellos die Vorkommnisse an der Odenwaldschule. Gernot Becker, der Schulleiter von 1972 bis 1985 an der Odenwaldschule war, hat sich des Kindesmißbrauchs an etlichen Jungen schuldig gemacht, einen soll er sogar bis zu 400 Mal geschändet haben!



Was passiert heute an der Odenwaldschule, früher ein Aushängeschild moderner Pädagogik, oder wie es Prof. Ulrich Herrmann ausgedrückt hat, "pädagogisches Laboratorium".

"...Sich geborgen fühlen und angenommen sein in einer kleinen, starken Gemeinschaft – das sind die wichtigsten Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche in der Odenwaldschule machen..."

Ein wenig zuckt man doch zusammen, wenn man den Willkommenstext der Schule auf der schuleigenen Internetseite liest. Besser wird es nicht unbedingt, wenn man das Zitat von Daniel Cohn Bendit liest, welcher sich auch mit Mißbrauchsvorwürfen auseinander setzen musste, der aufgeschlossene Geist der Schule habe ihn geprägt. Dann hört man, dass die derzeitige Direktorin Margarita Kaufmann einen ihrer ehemaligen Schüler geheiratet hat.

Ob man sich wirklich geborgen fühlt, versuchte eine Redakteurin der F.A.Z. herauszufinden und wohnte 11 Tage in der Odenwaldschule. Ihr Zeugnis über die Tage ist erschreckend und besteht aus Unsicherheit, Mißgunst, Mißtrauen und Intrigen, die den Alltag der Schule bestimmen.

Fühlt man sich geborgen an einer Schule, in der man nur jedes dritte Wochenende nach Hause darf? Eine Änderung der Schulregeln, dass Kinder jedes zweite Wochenende nach Hause fahren dürfen, wurde vom Lehrerkollegium abgelehnt.

Zwei Psychotherapeuten sollen zum Schutz vor Mißbrauch eingestellt werden. Ein Bewerber war Stephan Becker, der ist pikanterweise der Sohn von Hellmut Becker, ein frühere Bildungspolitiker und Mentor von Gernot Becker, dieser wußte lange von den Mißbräuchen, empfahl eine Therapie, unternahm jedoch sonst nichts. Ob Stephan Becker aufgrund seiner Abstammung nun eine Vertrauensperson für die Schüler sein kann ist zumindest fragwürdig.

Ein anderer ehemaliger Schüler wird längst auf die Schüler losgelassen, nämlich Clemens Kuby. Der glaubt fest an die Reinkarnation und erklärte den Schülern, dass ein Mann, der ein Kind mißbraucht, in seinem früheren Leben vielleicht Soldat war und in dem Kind einen Feind sieht! Man muss kein Psychologe sein, um sich auszumalen, was das in Kindern, die Erklärungen und Halt suchen, auslösen kann.



Bild: P.Kopf / www.pixelio.de

Wenn man sieht, dass die Schule zu 1/3 aus Kindern besteht, die vom Jugendamt geschickt werden und den Steuerzahler bis zu € 35.000 im Jahr kosten, macht man sich als Steuerzahler so seine Gedanken, ob das Engagement des Jugendamtes nicht eingestellt werden sollte. Dies hätte nach Aussage der derzeitigen Schulleitung zur Folge, dass die Schule nicht überlebensfähig wäre und geschlossen würde.

Wäre das ein nun ein Verlust oder Segen, diese Meinung kann sich nun jeder selbst bilden.

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Kommentare  

+7 #2 Klaus Fischer 2010-05-27 13:59
Das war mir ja bisher gar nicht bewußt, dass da so viele Steuergelder reinlaufen! Da erscheint die ganze Schule ja in einem noch schlimmeren Licht als vorher!!
+5 #1 Darius Urban 2010-05-27 13:12
Schule dichtmachen - und zwar sofort!!

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