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Israelische Eliteeinheiten haben einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen gestoppt. Bei den Auseinandersetzungen kamen mindestens 10 Aktivisten ums Leben. Weitere wurden verletzt. Der Aufschrei der Presse, der Türkei und der muslimischen Welt ist riesig. Ist er aber auch Objektiv?

Israel wird seit Jahren von Extremisten heimgesucht und hat ein berechtigtes Interesse sich dagegen zu wehren. Wer nun tatsächlich Schuld an dem Gesamtkonflikt hat, ist so verworren, dass es keinen Sinn macht, darüber weitere Worte zu verlieren. Man muss hier nach vorne blicken und endlich Frieden bekommen.

Frieden bekommt man aber nicht durch Aktivisten, die mit Äxten und Schlagstöcken ausgerüstet auf bewaffnete Soldaten einschlagen. Israel hat lediglich das Recht beansprucht, das Schiff vorher zu untersuchen - das war natürlich eine nicht entschuldbare Unverfrohrenheit. Seit Jahren werden von allen möglichen Gruppen Waffen nach Gaza geschmuggelt. Da ist es doch nur konsequent, wenn Schiffe überprüft werden. Wenn man sich gegen so eine Überprüfung wehrt, macht man sich einfach sehr verdächtig.

Auch die Anwesenheit von Politikern ist kein Argument für friedliche Absichten. Seit Jahren kommen Waffen über Diplomatengepäck im Gaza-Streifen an. An der Integrität der anwesenden Diplomaten auf so einem Schiff darf auch gezweifelt werden. Es wäre doch interessant, wie die Türkei zu armenischen oder kurdischen Hilfslieferungen so steht. Dürfen die auch alle unkontrolliert ins Land? Wie würde die Bundeswehr reagieren, wenn so ein "Hilfskonvoi" in Afghanistan einläuft? Salutieren sie und geben sie noch Eskorten mit auf den Weg, bis sie sicher bei den Taliban angekommen sind?

in ein Krisengebiet auf diese Art und Weise einzufahren, das ist entweder dummm, unverschämt oder eine gezielte politische Aktion gegen Israel. Daran sollte man sich nicht beteiligen. 

Seit dem 5. Juni 2006 befindet sich der israelische Soldat Gilad Schalit in Gefangenschaft der Hamas. Seine Eltern hatten den Hilfskonvoi gebeten auch für ihn ein Paket mitzunehmen. Das wurde abgelehnt. Man war nicht bereit, dem armen Mann, auf einem der sechs Schiffe Platz für ein kleines Hilfspaket einzuräumen. Da fragt man sich doch, was hat das eigentlich mit Hilfe zu tun? Geht es hier wirklich um Hilfe für notleidende Menschen? Wenn ja, warum hilft dann keiner Gilad Schalit?



Bild: Dieter Schütz, pixelio.de

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Kommentare  

+1 #4 sybille korn 2010-06-07 18:20
http://www.nosvox.com/ausland/99-aussergewoehnliche-umstaende-in-israel

das ist eine gute Antwort darauf...
+10 #3 Galama Grand 2010-06-04 15:12
Lieber Maxwell. Ich kann Ihrer Argumentation nur bedingt zustimmen.
Ihr Appell für den Frieden in Ehren, aber die Art und Weise wie sich Israel verhalten hat, lässt sich nicht mit dem Argument der Verteidigung entschuldigen.
Ein Schiff in internationalen Gewässern anzugreifen und zu kapern, ist schlicht und einfach ein Akt der Piraterie und die Besatzung hat das Recht sich zur Wehr zu setzen.
Israel hätte diplomatisch und sensibel Vorgehen können. Es war sicherlich frühzeitig bekannt, dass sechs Schiffe auf dem Weg nach Gaza sind. Man hätte die UN um Unterstützung bitten können. Unabhängige Beobachter hätten die Schiffe auf Waffen kontrollieren können. Stattdessen legt man es auf Konfrontation an und beklagt sich nun über die scharfe internationale Kritik.
Sie schreiben: „Israel wird seit Jahren von Extremisten heimgesucht…“, vergessen aber zu erwähnen, dass Israel seit Jahren eine Politik der Provokation und Unterdrückung betreibt. Die aggressive Siedlungspolitik, die Isolation und Blockade von Gaza, der verwehrte Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Bildungseinrichtungen usw., sind traurige Realität und Nährboden für die Fanatiker.
Man mag den Aktivisten nun Dummheit, Unverschämtheit oder politische Provokation unterstellen, die Reaktion Israels ist in jedem Fall maßlos überzogen und falsch und hat – zum wiederholten Male - unnötige Menschenleben gefordert.
+4 #2 Rosa Kirschbaum 2010-06-02 13:57
Man fragt sich bei der Gelegenheit auch wieder,warum Ägypten für seine palästinensischen Glaubensbrüder im Gaza-Streifen nicht die Grenzen öffnen, sondern statt dessen alles hermetisch abriegeln, damit nur ja kein hungriger und durstiger Palästinenser in ihr Land kommen kann, und dass das augenscheinlich von der gesamten Welt als rechtmässig angesehen wird, da es doch nirgends moniert wird.
Die Hilfsschiffe hätten ihren Weg auch über Ägypten nehmen können, aber das wäre wohl weniger spektakulär verlaufen...
+8 #1 Thomas Krainer 2010-05-31 17:41
die Israelis haben sogar angeboten, nach einer Untersuchung die UN mit dem Weitertransport zu beauftragen...

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