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Die Geschichten im Bistum Augsburg werden immer sonderbarer. Laut der Sueddeutschen Zeitung hat sich das Bistum bereits offiziell für Mixas Schläge entschuldigt und fühlt mit den Opfern. Nebenbei schreibt die Kirchenzeitung des Bistums, dass der Bischof nahezu unschuldig ist und die Vorwürfe alle nicht haltbar sind. Die Sueddeutsche verurteilt das katholische Blatt und spricht von einem "starken" Stück", da sogar der unabhängige Sonderermittler Sebastian Knott die Prügelvorwürfe nicht entkräften konnte und damit von objektiver Stelle die Schuld des Bischofs erwiesen ist.

Bisher ist allerdings nichts weiter gegen Mixa unternommen worden. Und das auch zurecht. Die Ermittlungen von Herrn Knott waren höchst zweifelhaft. So vernahm er alle Opfer gleichzeitig. Und überraschenderweise haben dann auch brav alle das Gleiche gesagt. Die ganzen Ungereimtheiten während den Ermittlungen - die vorerst widersprüchlichen Aussagen vom Bischofsring, der geküsst werden musste - den er zu dem Zeitpunkt als Pfarrer von Schrobenhausen noch gar nicht hatte -, etc. sind zumindest für die Sueddeutsche überhaupt kein Anlass dafür Bischof Mixa wenigstens eine objektive Beurteilung zu Teil werden zu lassen oder seine Schuld wenigstens als ungeklärt darzustellen.

Nimmt man einfach mal die Missbrauchsvorwürfe her, die in der Sueddeutschen immer wieder in den Raum gestellt werden. Diese haben sich vom ersten Moment an als null und nichtig erwiesen. Der namentlich genannte "missbrauchte" Mensch hat alle Vorwürfe mit absoluter Glaubhaftigkeit zerstreut. Wo sind hier die Klarstellungen auch seitens des Bistums?

Was die Sueddeutsche Zeitung in diesem Fall veranstaltet, hat nichts mit den Grundlagen unseres Rechtssystems zu tun. Von Opferschutz, den sie sonst sehr bereitwillig allen Terroristen, Schlägern und Verbrechern gewährt ist hier nichts, aber auch wirklich gar nichts zu spüren. Stattdessen findet und fand schon die ganze Zeit über eine 100%-ige Vorverurteilung Mixas statt.

Ganz gleich was der Bischof getan oder nicht getan hat, steht ihm eine objektive und faire Behandlung von den Medien und seiner Umwelt zu. Wenn also von einem Gericht eine Schuld festgestellt wird, so kann er auch öffentlich von Zeitungen verurteilt werden, wenn sie das unbedingt tun müssen. Vorher aber nicht!



Bild: Hartmut910 - www.pixelio.de: Rückseite der Altstädter Kirche in Erlangen

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Kommentare  

+10 #4 Prinz von Bayern 2010-05-29 12:06
Mixa ist nach wie vor ein geweihter katholischer Bischof. Insofern hat er von Gott gegebene Vollmachten die andere nicht haben. Da ist das was ihn von anderen unterscheidet. Daraus resultiert aber auch ein erhöhter moralischer Anspruch an sein persönliches Verhalten. Interessant ist das insbesondere die Süddeutsche Zeitung aus diesem Gedankengang abzuleiten scheint dass in seinem Fall eine Unschuldsvermutung unangebracht sei.
Es erinnert alles ein wenig an die Verurteilungen einer Vielzahl von christlichen Märtyrern. Angefangen bei Jesus Christus selber, in den Augen der Christen unschuldig, in den Augen derer die nicht an seine Gotteseigenschaft glauben besonders anmaßend.

Werden wir jemals die volle Wahrheit erfahren?
+10 #3 Stephanie Fischer-Stabauer 2010-05-27 15:44
Wohl wahr, Mike, trotzdem kann man dann nicht eine solche Hetzkampagne starten, die auf mächtig vielen Spekulationen und falschem Verstehen des Prozedere (z.B. der Verwendung von überschüssigen Geldern in Stiftungen) fusst.
Hätte Mixa am Anfang an gesagt, er habe geschlagen, wäre er genau dort gelandet, wo er jetzt ist. Die Möglichkeiten, sich gut aus der Affäre zu ziehen, waren, meines Erachtens, relativ gering bis gar nicht vorhanden. Und wer sieht sich schon gerne im Zentrum einer solchen Sache?
+7 #2 Mike Brinkmann 2010-05-27 14:54
Trotzdem darf auch ein Bischof nicht lügen und ungestraft um sich schlagen! Das hat mit christlichen Grundwerten rein gar nichts zu tun.
+12 #1 Stephanie Fischer-Stabauer 2010-05-27 12:55
Sehr interessant, wie Gerüchte entstehen (wobei in diesem Fall eher von "Verleumdungen" gesprochen werden muss):

Der Anwalt von Mixa, Gerhard Decker, hat jetzt nach Einblick in die Ermittlungsakten klargestellt, wie es zu dem Missbrauchsvorwurf gekommen ist.
Die Expertin für Missbrauch in Eichstätt hat ihrer augsburger Kollegin telephonisch mitgeteilt, dass "kein konkreter Missbrauch von M. [dem angeblichen Opfer] durch Bischof Mixa stattgefunden" hat.
Diese hat dann am 28.4.2010 einen Aktenvermerk mit der Überschrift "Missbrauchsverdacht gegen Bischof Mixa in Eichstätt" verfasst.

Damit wurde also die Lawine losgetreten. Klargestellt hat das expressis verbis kein Mensch, weder das Bistum noch die Medien!
Die Hetzjagd auf die Kirche hat es so weit gebracht, dass sich niemand deutlich entlastend äußert. Im Gegenteil, gestern bei "Mensch Otto" in Bayern 3 war Heribert Prantl, Ressortleiter für Innenpolitik eben bei der SZ zu Gast. Der Moderator sprach ihn auf seinen Lebenslauf und den Einfluss seines wohl sehr katholischen Vaters auf seine Jugend an - und es war so offensichtlich, dass dieser Otto nur auf ein negatives Stichwort gewartet hat. Herr Prantl hat sich netterweise zurückgehalten und nur irgendeine hochphilosophische Weisheit bezüglich Kirche und Politik vom Stapel gelassen.

Es kann doch nicht wahr sein, dass der Wert alles dessen, was die Kirche im Laufe der letzten 2000 Jahre vollbracht hat, völlig untergeht?! Unser ganzes System, aber nicht nur das, Moral, Ethik - alles basiert auf christlichen Grundlagen (zumindest hier in Europa).
Was wäre wohl, wenn es keine Priester mehr gäbe, die ihr Leben in den Dienst der Allgemeinheit stellen? Und ist es jetzt gerechtfertigt, sich auf einen Oberhirten zu stürzen und so die Überlegenheit des Menschen zu demonstrieren? Die nämlich gibt es nicht...

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