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Eigentlich gehört die Gastronomie ja nicht zu meinem Repertoire der Berichterstattung. Diesmal jedoch will ich eine Ausnahme machen, zumal der Tempelhofer Damm für mich bisher nicht unbedingt durch kulinarische Highlights glänzte. Unter normalen Umständen befahre ich den Te`Damm mit dem Auto und bin immer froh, wenn ich dem quälenden Stau dort entkommen bin. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich das „Meyman-Gourmet“ erst am frühen Pfingstsonntag entdeckte, obwohl es dort nun schon seit sechs Jahren besteht. Ursprünglich wollten meine Frau und ich zunächst einen vernünftigen Kaffee trinken, was am frühen Sonntagmorgen auf dem Te´Damm gar nicht so einfach ist. An der Ecke Friedrich-Wilhelm-Strasse entdeckten wir schließlich eine grüne Markise, die einen großzügigen Aussenbereich (derzeit 50 Plätze) überdacht. Wir wurden sehr freundlich empfangen und suchten uns ein lauschiges Plätzchen unter der Markise. Der Kaffee war wunderbar und so beschlossen wir, nach dem Frühstücksangebot zu fragen. Was dann kam, hat uns schlicht umgehauen. Eine Karte mit allein sechs Seiten Frühstücksangebot ! Wir entschieden uns für zwei unterschiedliche Frühstücks-Varianten und bekamen nach sehr kurzer Wartezeit zwei große viereckige Platten, die sehr üppig, liebevoll und absolut frisch angerichtet waren. Dazu gab es Brötchen und Sesamringe. Das gegrillte Gemüse (Paprika, Zucchini, Aubergine, Tomate und Champignons) duftete herrlich, der Salat war knackig frisch und die mediterranen Pasten ein absolutes Geschmackserlebnis. Bei meiner Variation wurde das Ganze mit gegrillter Sucuk, Haloumi-Käse und gegrillten Rinderwürstchen abgerundet, während meine Frau sich an Rinderschinken, gebackenem Camembert, Rührei mit Gemüse, Frischkäse und einer Obstschale erfreute. Das Personal war höflich, kompetent und dabei nicht aufdringlich. Während wir nun ausgiebig frühstückten, füllte sich das Restaurant und der Aussenbereich mit immer mehr Gästen und es entstand eine wahrlich mediterrane Stimmung, wie man sie aus den südlichen Ländern kennt und wie ich sie so in Deutschland selten erlebt habe. Das Service-Personal hatte alle Hände voll zu tun, blieb aber souverän und freundlich. Allen voran, der Leiter des Service und der „gute Geist des Hauses“ , wie ihn mir einzelne Stammgäste später beschrieben. „Pi“, wie er hier von allen genannt wird, heisst eigentlich Parthenios Patoukas und stammt aus Griechenland. Er ist ein humorvoller Typ, der seinen Job mit Herzblut macht. Trotz der hohen Gästezahl, nahm er sich die Zeit um meine Fragen zu beantworten und machte mich mit dem Chef des Hauses, Mehmetcan Düzgün, bekannt, ein Mann der seine Philosophie von qualitativ hochwertigem Essen in ein klares Konzept gegossen hat und auch längere Wege in Kauf nimmt, damit die Gäste von der Frische regionaler Erzeuger profitieren können. Wenn man sich mit Mehmetcan Düzgün unterhält, stellt man schnell fest, dass er für seine Sache brennt und ein wahrer Überzeugungstäter im positiven Sinne ist. So gibt es beispielsweise keinen Alkohol im Ausschank, dafür aber eine Bar mit hervorragenden, nicht alkoholischen Cocktails. Derzeit beschäftigt Düzgün 26 Angestellte. Davon allein 11 in der Küche, 7 im Service, 4 an der Bar und 2 an der Eisbar. Eine besondere Leistung, wenn man bedenkt, dass die Corona-Krise auch das Meyman-Gourmet nicht verschont hat. Immerhin beziffert Düzgün seinen Umsatzverlust auf 80 bis 90 %.  Ich bin mir aber sicher, dass er und sein Team die Situation meistern werden.

https://www.meyman-gourmet.de/

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