Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 



Markus Frick, der ehemalige N24-Börsenguru, kehrt zurück in die Öffentlichkeit. Er veranstaltet wieder Seminare, bei denen man sich Ratschläge vom "Fachmann" abholen kann, wie man sein Geld richtig investiert und möglichst schnell aus 1000 Euro 10.000 macht. Mit welchem Recht der gelernte Bäcker für sich Expertenwissen beansprucht bleibt sein Geheimnis.

Sicher ist bei der Geschichte nur, dass als erstes eine Gebühr für seine Tipps fällig wird. Wenn man nämlich seinen Newsletter abonniert hat, muss man schließlich für diesen Erguss von Know-How bezahlen. Was tatsächlich darin steht, liest kaum jemand - interessant ist nur der Name der empfohlenen Aktien. Meistens werden dubiose Rohstofffirmen mit Sitz in Kanada oder Russland empfohlen, die im Alltagshandel kaum Liquidität besitzen. Kurz bevor der Newsletter abgeschickt wird, steigen die Kurse der empfohlenen Papiere schlagartig an und es werden Stückzahlen gehandelt, dass einem schwindelig wird. Komisch - irgendjemand hat von der Empfehlungen also schon wieder vorher gewusst. Wenn später die Masse den Newsletter liest, steigt der Preis noch weiter, weil jeder schnell mit dabei sein will, wenn die fetten Gewinne eingefahren werden. Dumm nur, wenn einige Tage später zwar der Preis noch immer oben ist, es aber keinen Markt gibt, um die gewaltigen Stückzahlen wieder abzustoßen.

Das Prinzip ist also einfach. Erstaunlicherweise gibt es immer wieder genügend Leute, die sich hier beteiligen. Ist es die Gier, die das Individuum dazu bewegt mitzumachen? Wahrscheinlich ist es die unglaubliche Übertreibung der in Aussicht gestellten Gewinne. Unter 100 Prozent Chance wird da gar nicht angefangen zu empfehlen. Kann ein rational denkender Mensch da tatsächlich mitmachen?

Es wird immer wieder von Boni-Bänkern und Gier-Managern geredet. Die wahren Totengräber des Systems sind aber die undurchsichtigen Machenschaften einer Vielzahl von Vermögensberatern, die meist von den Grundlagen ihres Berufs schlicht und ergreifend keine Ahnung haben. Sie verhökern den Leuten Produkte, die ihnen auf Wochenendseminaren wärmstens angepriesen wurden. Weil sie dort ihren Wortschatz um die Begriffe "Rendite", "ETF's" - die wahre Bedeutung dieser Abkürzung ist später nur noch den wenigsten geläufig - und "Garantie-Zertifikat" erweitern, werden sie von der unwissenden Allgemeinheit als Experten wahrgenommen. Warum auch nicht - schließlich hatten sie ja eine tolle Graphik, deren Erfolgskurve stetig nach oben zeigt.

Sie alle haben eins mit Markus Frick gemeinsam - sie beschwören mit Worten ein Bild von zu erwartenden Gewinnen herauf und lassen beiläufig, so dass es beinahe verachtend klingt, heraus, dass sie eben den "Kick benötigen". "Ich hätte gern ein bisschen mehr Action. Ich kaufe lieber was, das überteuert ist und keiner kaufen will und verdiene damit 100 Prozent. Ich will Action, Action, Action, Action, so wie früher" meint Frick bei der Erläuterung seiner Depots. Wer sich dieser geballten Ladung Energie nicht anvertraut und sein Privatvermögen nicht in diese tolle Strategie pumpt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Bild: Michael Grabscheit / pixelio.de 

Diesen Artikel teilen:



Um Kommentare abzugeben, bitte anmelden bzw. registrieren.