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Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Miro Klose ragen aus einer deutschen Mannschaft, die überzeugt hat heraus. Lahm und Özil machen gegen Spanien zu viel von ihrer eigenen Leistung kaputt.



Die WM geht heute Abend für die Deutsche Mannschaft dem Ende entgegen, das Spiel um Platz 3 wird wohl nicht mehr den Hype erleben, den es 2006 um das Spiel gegen Portugal gab. Damals wurde es allseits als Abschlußfest genutzt und die Nationalmannschaft ließ sich danach in Berlin auf der Fanmeile feiern. Diese Abschlußfeier wird nicht wiederholt, wohl auch weil die Stimmung nicht mehr die gleiche ist wie noch vor vier Jahren. Damals herrschte viel mehr WM Stimmung, man hatte das Turnier ja auch im eigenen Land. Heute ist die Stimmung, die vor allem nach dem Sieg gegen England aufkam und ihren Höhepunkt im historischen Sieg gegen Argentinien hatte, sehr abgeflaut. Man ist nicht wütend auf die Spieler, dass sie den Finaleinzug verpasst haben, aber auch nicht euphorisch über einen mögliche dritten Platz. Hätte noch vor der WM jeder einen Halbfinaleinzug für einen großen Erfolg gehalten, so lassen sich im erfolgsverwöhnten Deutschland auf Dauer keine Jubelstürme für einen dritten Platz entfachen. 20 Jahre nach dem letzten WM-Titel hätte sich das ganze Land doch sehr über den vierten Stern auch der Brust gefreut. Dazu war die Leistung der Deutschen zu schwach gegen Spanien, kein Aufbäumen, keine Leidenschaft, die man noch vorher gesehen hatte. Ein wenig ernüchtert hat das halbe Land nach dem Spiel die Fahnen vom Auto abmontiert.

Was bleibt als vorgezogenes Fazit von der Nationalmannschaft nach der WM?

Thomas Müllers Stern ist klar und hell aufgegangen in Südafrika. Mit welcher Leichtigkeit der Münchner in seiner ersten Profisaison den besten Spielern der Welt die Hacken gezeickt hat, das macht Mut auf einen kommenden großen Weltstar, der bereits jetzt in aller Welt bekannt ist.

Bastian Schweinsteiger hat den Durchbruch zur unumstrittenen Führungsfigur geschaft und sich in den Kreis der besten Fußballer der Welt hineinkatapultiert. Mit welcher Ausstrahlung und technisch und taktischer Perfektion das deutsche Spiel gelenkt hat, da stand er den großen spanischen Stars Xavi und Iniesta in nichts nach, mehr noch er hatte keinen kongenialen Partner, er hat das deutsche Spiel alleine geschultert und auch noch einen Khedira mitgezogen, der an seiner Seite glänzen konnte.

Miro Klose erlebte eine nicht für möglich gehaltene Rennaissance und kann sich heute abend die Krone des besten WM-Torjägers aller Zeiten aufsetzen, wenn er noch einmal trifft. Trifft er sogar doppelt, dann ist er alleiniger Träger dieses Titels! Das sagt alles über einen der seit zwei Jahren im Verein das Tor fast nicht mehr getroffen hat.

Phillip Lahm hat völlig unnötig und gegen seinen bisher immer gezeigten Charakter, vor dem so wichtige Spiel gegen Spanien ein Machtspiel gegen Ballack eröffnet, das völlig unwürdig ist und den Eindruck vermittelt, dass er die guten Leistungen der Mannschaft und die Euphorie zum Königsmord nutzen wollte. Er hat sich dadurch selber viel Druck aufgeladen und gegen Spanien diesem Druck nicht standgehalten. Er hat Fehler auf seiner Seite gemacht und mehr Zweikämpfe verloren, als in der ganzen Saison zuvor. Ein großer Kapitän wählt den Weg, der gut für die Mannschaft ist, ein schlechter seinen eigenen. Michael Ballsck hat einfach gar nichts gesagt, er wollte keine Unruhe in die Mannschaft bringen während der WM und hat die Größe bewiesen, die Lahm hat vermissen lassen.

Mesut Özil kann ein großer Spieler werden, wenn er mehr Einsatzwillen an den Tag legt. Seine technische Stärke ist unbestritten, allerdings trabt er über den Platz wie eine Diva. Er verliert Bälle und macht keine Anstalten diese ernsthaft zurückerobern zu wollen. Er erwartet auf dem Platz, dass andere die Drecksarbeit für ihn machen, als ob er ein Weltstar wäre, was er aber nicht ist. Er muss erst noch den Beweis antreten, dass man mit ihm Meisterschaften gewinnen kann und das er den Willen dazu mitbringt seinen Teil beizutragen.

Die Wahl zum besten Spieler des Turniers wäre im Falle Schweinsteigers der absolut verdiente Lohn, im Falle Özil nicht gerechtfertigt.

Alles andere als eine Wahl von Müller zum besten Nachwuchsspieler des Turniers wäre eine Überraschung, wenn nicht sogar ein Betrug!

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