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Timo Hildebrand trainiert bei Regionalligist Stuttgarter Kicker mit und ist glücklich überhaupt wieder im Tor zu stehen. Ist da jemand an einer persönlichen Fehleinschätzung gescheitert, dass er der beste Keeper Deutschlands sei?

bild bei nosvox

Lange kannte das Leben von Timo Hildebrand nur eines, die Sonnenseite des Lebens und einen stetigen Weg bergauf in der Karriereleiter. Hildebrand kam aus der Jugend vom VFB Stuttgart und löste in der Sason 99/00 den Stammkeeper Wohlfahrt ab, was zuerst nur eine Grippevertretung war entpuppte sich als jahrelange Dauerlösung. Hildebrand hielt stark, schaffte es bis in die Nationalmannschaft und feierte als Krönung mit dem VFB Stuttgart den Gewinn von Meisterschaft und Pokal als Vizekapitän 2007.

Dann begann der Abstieg des Torhüters, der sich selbst stets als nationale Nummer 1 sah und dachte durch einen Wechsel zu einem Topklub im Ausland diesen Status auch in der Nationalmannschaft erobern zu können. Das erwies sich als fataler Irrtum. Er hatte zwar einen hochdotierten Vertrag in Valencia abgeschlossen, wurde aber von Anfang an weder von den Fans noch vom Trainer akzeptiert, kam nur aufgrund Verletzungen der Konkurrenten etwas in Tritt und absolvierte am Ende der Saison einige Spiele. Als er dann noch den Pokal mit Valencia gewann, wähnte er sich auf dem Weg der Besserung in Valencia, flog jedoch am Anfang der darauffolgenden Saison, nach schlimmen Fehlgriffen im Supercup gegen Real Madrid, aus dem Kader und durfte nicht einmal mehr auf der Bank Platz nehmen. Valencia wollte den Topverdiender, der keine Topleistung brachte, einfach nur noch los werden und verlangte nicht einmal mehr eine Ablöse für ihn.

Offiziell von dem Gedanken beseelt wieder in die Nationalelf zu kommen, für die er gar nicht mehr in Frage kam, wechselte er nach Hoffenheim zu seinem Ex-Trainer Ralf Rangnick, der ihn dereinst in Stuttgart zum Stammkeeper gemacht hatte. Inoffiziell hatte sein Berater ihn in halb Europa angeboten und keinen (großen) Verein gefunden, der Interesse zeigte. Hoffenheim stürzte mit Hildebrand von der Herbstmeisterschaft selbst aus den Europacup-Rängen heraus und auch im darauffolgenden Jahr machte sich der Torwart nicht gerade unersätzlich mit dem Ergebnis, das sein Vertrag nicht verlängert wurde und er seitdem keinen neuen mehr findet.

Letztes Kapitel bisher ist nun das Trainingsengagement bei den Stuttgarter Kickers, der gelandete Torwart ist einfach nur froh wieder einen Ball halten zu dürfen.

Was aus seinem Leben geworden wäre, wenn er keinen Höhenflug gehabt hätte, das gut dotierte Vertragsangebot der Stuttgarter 2007 angenommen hätte und weiter durch den Strafraum des VFB gesegelt wäre, kann man an dieser Stelle nur mutmassen. Aber einen verdienten und beliebten Torwart schmeißt kein Bundesligist so schnell raus und er würde heute garantiert nicht jubeln, dass er beim belächelten Lokalunderdog über den Trainingsplatz hechten darf. 

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