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Der FC Bayern kassiert eine der bittersten Niederlagen der Vereinsgeschichte und ein Großteil der Mannschaft fährt frustriert zur Europameisterschaft.  Ist das ein Problem für Jogi Löw oder nicht?

 

Wie geschädigt ist ein Fußballprofi des FC Bayern München, wenn man am Ende der Saison dreimal Zweiter  geworden ist, den großen Traum vom Champions League Sieg im eigenen Stadion nicht verwirklichen konnte und sich als FC Vize Bayern dem höhnischen Spott der Fußballnation zugezogen hat.

 

Der Vizemeister schlechthin war ja bisher die aus München meist belächelte Werkself Bayer Leverkusen. Die schafften es bekanntlich 2002 das gleiche Vize-Triple nach Leverkusen zu holen und bei der  anschließenden Weltmeisterschaft brachten gleich vier Stammspieler der Nationalmannschaft Ballack, Schneider, Neuville und Ramelow den nächsten Vizetitel mit nach Hause. Was damals aber in der Nationalmannschaft als großer Erfolg gewertet wurde, reicht heute nicht mehr! Die Ansprüche sind nach zwei Halbfinalteilnahmen bei den letzten Weltmeisterschaften und der Finalteilnahme bei der letzten Europameisterschaft stark gestiegen. Deutschland gilt als das Land mit der mittlerweile besten Talentförderung und könnte gut und gerne zwei Topmannschaften ins Rennen schicken.

 

Wie wirkt sich die Niederlage der Bayern gegen Chelsea auf die Nationalmannschaft aus? Das sollte man nach einer Einzelbetrachtung der Spieler und ihrer Rolle im Finale bewerten:

 
bild bei nosvox

Manuel Neuer ist definitiv kein Verlierer von München! Wer den ersten Elfmeter hält, den dritten selber eiskalt verwandelt, weil sich kein gestandener Feldspieler findet, der sich traut zu schießen, der kann kein Verlierer sein. Neuer hat gezeigt, dass er in Extremsituationen da ist und dass Löw zu Recht voll auf ihn baut.

 

Holger Badstuber hat eine Saison auf sehr hohem Niveau gespielt und das Finale gesperrt verpasst. Er wird extrem motiviert zur EM fahren mit dem Selbstvertrauen eines 23-jährigen, der bei Bayern schon eine unverzichtbare Größe ist.

 

Jerome Boateng war die Saison überwiegend ein Unsicherheitsfaktor beim FC Bayern und hat dies im Finale absolut bestätigt. Wer in 120 Minuten fast keinen ernstzunehmenden Angriff aus sein Tor bekommt und sich dann bei der entscheidenden Ecke 2 Minuten vor Schluss von Drogba so abhängen lasst, der hat sich nicht für höhere Aufgaben empfohlen und muss nicht nur bei der Nationalmannschaft, sondern auch bei Bayern in der nächsten Saison sehr um seinen Platz bangen.

 
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Phillip Lahm hatte wie die ganze Saison Licht und Schatten in seinem Spiel. Er ist nicht der Führungsspieler, der er nach eigenem Anspruch sein möchte, dazu fehlt ihm in vielen Situationen die Durchschlagskraft nach vorne. Warum sehen wir von ihm nicht mehr Situationen wie dem Flankenlauf gegen Real Madrid? Er hat sich aber nicht entmutigen lassen von dem verschossenen Elfmeter aus dem Halbfinale und den wichtigen ersten Elfmeter gegen Chelsea verwandelt. Wird die Niederlage sicherlich verkraften und weiter eine Stütze der Nationalelf sein.

 
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Bastian Schweisteiger, der Leader für die Bayern und die Nationalelf ist verständlicherweise noch nicht in der Form, die er bis zu seinem Schlüsselbeinbruch hatte. Litt mit seinem verschossenen Elfmeter wohl am meisten von den Nationalspielern. Braucht ein paar Tage, dann wird er wieder aufstehen und hoffentlich an die weltklasse Leistungen anknüpfen, die er vor seiner Verletzung gezeigt hatte. Seine Karriere geht auf den Höhepunkt zu, er dürstet regelrecht nach einem großen Titel mit der Nationalelf.

 

Toni Kroos war eine große Enttäuschung. Wer mit so einer Technik gesegnet ist und sich nicht traut als Nationalspieler einen entscheidenden Elfmeter zu schießen, der zeigt, dass er nicht gefestigt genug ist für große Spiele!

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Thomas Müller darf sich als Gewinner von München fühlen. Er hat das Tor der Bayern erzielt und gezeigt, dass er – anders als Kroos – in entscheidenden Momenten da ist. Der Torschützenkönig der letzten WM ist rechtzeitig zur EM wieder in Form.

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Mario Gomez agierte unglücklich bei seinen Chancen und wird einigen Zuspruch benötigen. Gelingt ihm im ersten Gruppenspiel der EM ein Tor wird er spätestens dann den Frust vergessen haben. Er hat konstant über zwei Jahre in allen Wettbewerben getroffen und ist bereit endlich auch in der Nationalelf seinen großen Durchbruch zu schaffen.

 

Der Bundestrainer bekommt ein paar psychologische Aufgaben mit den Bayernspielern, aber auch international erprobte Profis. Dortmund ist in der Königsklasse schnell ausgeschieden und konnte sich nicht mehr international beweisen. Bayern hat sich bewiesen, wenn auch die Krönung unglücklich verwehrt blieb. Es sind genügend bayerische Spieler im Kader, die an die großen Leistungen der Leverkusener Vizemeister Ballack und Schneider von 2002 anknüpfen können und Deutschland zum erhofften Titel 2012 schießen können.  Der Anreiz ist da, dass sie eine Saison, die jetzt enttäuschen wirkt mit einem Titel abschließen  der noch größer ist als die Champions League. Das sollte genug Anreiz für Schweini und Kollegen sein die Tränen schnell zu trocknen und nicht mit dem nächsten Vizetitel mit den Leverkusenprofis 2002 gleichzuziehen.

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