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Tommy Haas ist sauer auf den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), da dieser ihn nicht für die Olympischen Spiele nominiert hat. Hat er es überhaupt verdient Deutschland in London zu vertreten?

bild bei nosvox quelle: ilw.com 

Nach langer Verletzungspause hat sich Tommy Haas mit einem Paukenschlag zurückgemeldet, er hat die Gerry-Weber-Open in Halle/Westfalen gewonnen. Diesen Erfolg hat man ihm nicht mehr zugetraut, nachdem er zum wiederholten Male eine lange Verletzungspause hatte und aus dem Blickfeld der deutschen Tenniselite völlig verschwunden war. Schlagzeilen machte er eigentlich nur noch durch seine Hochzeit mit der amerikanischen Schauspielerin Sara Foster und eben durch Verletzungen, aber nicht mehr durch sportliche Erfolge. Nun dieser Erfolg auch noch auf Rasen, dem Belag auf dem das olympische Turnier 2012 ausgetragen wird.

Thomas „Tommy“ Haas ging sofort in die Offensive und forderte eine Wildcard für Olympia, obwohl er sämtliche Nominierungskriterien verpasst hatte. Der DOSB blieb allerdings hart und gab dem in der Vergangenheit erfolgreichen Olympioniken Haas, er gewann 2000 in Sydney die Silbermedaille, kein Sonderstartrecht. Wäre er in der ersten Runde in Wimbledon nicht an seinem Landsmann und Intimfeind Kohlschreiber gescheitert, wäre er vielleicht noch im Nachgang nominiert worden, so bleibt er aber vom olympischen Turnier ausgeschlossen.

Einige deutsche Prominente, vor allem aus der Tennisecke, wehren sich heftig gegen die Entscheidung und sparen nicht mit Kritik am DOSB. Aber hat Tommy Haas die Teilnahme überhaupt verdient?

Haas lebt seit seinem 12. Lebensjahr in Florida und ist nur noch selten zu Besuch in Deutschland. "Ich lebe seit 1991 hier, habe eine amerikanische Frau, und meine Tochter ist in diesem Land geboren". Er hat mittlerweile die amerikanische Staatsbürgerschaft und überlegt ernsthaft als Amerikaner auf der ATP-Tour an den Start zu gehen. Das einzige was ihn wohl davon abhält ist die Tatsache, dass er in Deutschland nach wie vor sehr bekannt ist, hier deutlich mehr - werbewirksame - Aufmerksamkeit erhält und so seine Karriere fortsetzen kann. In Halle hat er für die Gerry-Weber-Open eine Wildcard erhalten und wird wohl für jedes Turnier in Deutschland die gleiche Option haben. In Amerika ist er einer unter vielen und nicht besonders bekannt.

Was hat Tommy Haas bisher für Deutschland geleistet? In seiner besten Karrierezeit hat er regelmäßig den Davis Cup ausgelassen, da der nicht in seinen Turnierplan gepasst hat und er sein Jahr lieber anders - lukrativer - geplant hat. In schwächeren Karrierephasen gerade nach Verletzungen hat er dann immer sehr gerne für den Deutschen Tennisbund gespielt und sich plötzlich sehr patriotisch gezeigt. Unvergessen seine Auseinandersetzung mit dem Augsburger Kohlschreiber, dem er mangelnden Mannschaftsgeist vorwarf, da der als verletzter Spieler nicht die Spiele der deutschen Mannschaft besucht hat.

Tommy Haas konnte seine Tenniskarriere nur starten, da ihm und seiner Schwester Sabine ein Zusammenschluss von 15 Sportbegeisterten Privatpersonen um den Focus-Herausgeber Helmut Markwort die Ausbildung im Tenniscamp von Nick Bolletieri in Florida bezahlte. Sein Vater Peter Haas unterschrieb einen Vertrag der im Gegenzug den Investoren von 1999 bis 2004 von den Einnahmen der beiden Tennisgeschwister 15% abtreten sollte. Sabine Haas schaffte den Sprung ins Profitennis nicht und brachte dem Verein keine Einnahmen. Tommy jedoch verdiente 1999 schon über 3 Millionen Dollar und die Investoren freuten sich über eine gute Rendite. Geld sahen Sie jedoch erst nach drei Jahren und Prozessen durch mehrere Instanzen, da die Familie Haas den Vertrag mit Kindern für sittenwidrig erklärte und keinen Cent bezahlen wollte.

Es drängt sich der Verdacht auf, das Tommy Haas da zu finden ist, wo es zu seinem Vorteil nötig ist und auch nur da. Stellt man sich ihm in den Weg, oder wird seinen Vorstellungen nicht gerecht, erntet man ein Zornesgewitter. Macht es da Sinn für einen, der eigentlich lieber Amerikaner sein möchte das eigene Reglement über den Haufen zu werfen?

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