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30. April 2010: Interview mit Bernhard Langer zur deutschen Ryder Cup Bewerbung in der Sonderveröffentlichung "Golf 2010" der Augsburger Allgemeinen von Franz Neuhäuser:

Augsburger Allgemeine (AZ): Warum war der Wittelsbacher Golfclub die richtige Wahl unter den  deutschen Bewerbern?

Das deutsche Auswahlgremium hat sich einstimmig für das Gesamtkonzept des Wittelsbacher Ausgleichsfonds entschieden. Nicht nur aufgrund der Möglichkeit einer neuen und allen modernen Anforderungen gerecht werdenden Golfanlage, sondern auch der erforderlichen Unterstützungszusagen der bayerischen Staatsregierung und des langfristig angelegten Nutzungskonzeptes inklusive eines in der Region  ansässigen, aber global agierenden Unternehmens.


AZ: Was zeichnet die deutsche Bewerbung im internationalen Vergleich aus?

Ich will keine Vergleiche mit den Mitbewerbern anstellen. Das ist nicht unsere Aufgabe! Es ist unser Ziel eine optimale Bewerbung abzugeben, unsere vielseitigen Möglichkeiten sehr gut darzustellen und den Verantwortlichen von Ryder Cup Europe eine Entscheidung für Deutschland zu ermöglichen.


AZ: Welche Perspektiven würden sich Ihrer Meinung nach für Deutschland im Allgemeinen und die Region Neuburg im Besonderen durch die Ausrichtung des Ryder Cups 2018 eröffnen?

Eine Sportveranstaltung von Weltgeltung wie der Ryder Cup würde dem bayerischen Städte-Dreieck Augsburg-München-Nürnberg mit dem regionalen Zentrum Neuburg/Ingolstadt, dem Land Bayern und der Bundesrepublik Deutschland zunächst sportlich neue Entwicklungsmöglichkeiten von bislang ungeahntem Umfang bieten. Noch ist Deutschland im Golfsport ein „sleeping giant“, ein schlafender Riese.

Aber auch die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm. Golf ist eine global ausgerichtete Sportart und der Ryder Cup würde die Bekanntheit der Region, des Landes und der ganzen Nation weltweit steigern. Der positive Einfluss einer Großveranstaltung auf die touristische Entwicklung der austragenden Region und  des Landes ist unbestritten.                                                                                                                          

                                                                                                                                                                 AZ: Wie können Sie und ihr Bruder Erwin der deutschen Bewerbung helfen?

Ich war und bin gerne bereit die deutsche Initiative persönlich und mit meinem Namen zu unterstützen. National und international  nutze ich alle sich bietenden Gelegenheiten  unsere Bewerbung positiv darzustellen. Meine langjährige Mitarbeit im Ryder Cup Komitee und im Vorstand der European Tour ist für unsere Aktivitäten von großem Wert.  Die Unterstützung meines Bruders liegt als Beiratsvorsitzen-der der Bewerbungsgesellschaft im operativen Bereich. Dort ist er aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung in der Veranstaltung von großen nationalen und internationalen Turnieren, seiner detaillierten Kenntnisse in der Organisation des Ryder Cup und in der Zusammenarbeit mit den internationalen Verbänden gefragt.


AZ: Zwischen der Abgabe der Bewerbungsunterlagen und der Entscheidung im Jahr 2011 liegt viel Zeit. Werden Sie und ihr Bruder in dieser Zeit "Wahlkampf" betreiben?

Natürlich werde ich, wie schon gesagt, jede Gelegenheit nutzen unsere Bewerbung positiv darzustellen. Der Ryder Cup ist jedoch nicht mit Olympischen Spielen oder einer Fußball WM zu vergleichen, für deren Vergaben die jeweiligen IOC- bzw. Fifa-Mitglieder überzeugt werden müssen.   Aber es werden sicher auch nach Abgabe der Bewerbung noch Fragen zu beantworten bzw. Antworten detailliert zu bearbeiten sein. Unser Team hat bis zur Entscheidung im Mai 2011 bestimmt noch viel zu tun. Sehr wichtig wird auch werden, dass es uns weiterhin gelingt in Deutschland, bei der gesamten Bevölkerung und vor allem den Golfern eine breite Unterstützung zu finden und für eine ähnliche positive Stimmung zu sorgen wie vor der Fußball WM 2006. 


AZ: Wie schätzen Sie Ihren Einfluss auf das Wahlgremium ein?

Natürlich kenne ich die Mitglieder der verschiedenen  Gremien sehr gut und sie kennen mich und meinen Bruder Erwin.  Sie wissen seit Jahrzehnten, wofür wir stehen. Dass wir halten was wir versprechen und was wir der Tour und den Spielern bisher auf den deutschen Turnieren geboten haben. Nicht umsonst waren und sind die Turniere in Deutschland von höchster Qualität auf der European Tour. Das ist den deutschen Veranstaltern und Sponsoren zu verdanken und es hat uns  hohe Anerkennung auf der Tour und bei den Spielern eingebracht.


AZ: Besteht die Gefahr, dass sich Deutschland zu sehr auf die "Zugpferde" Bernhard und Erwin Langer verlässt?

Ganz sicher nicht. Wir sind im Profigolfsport zwar die bekanntesten „Gesichter“ der deutschen Bewerbung, aber nicht die einzigen bzw. die entscheidenden Personen. Immerhin stehen mit Franz Beckenbauer, Boris Becker, Oliver Kahn, Dr. Wladimir Klitschko und Heiner Brand fünf weltbekannte Stars aus anderen Sportarten als Botschafter hinter der Bewerbung.

Das Team der deutschen Bewerbung besteht aus vielen hoch motivierten Menschen sowohl aus der Region Neuburg/Ingolstadt, der Bewerberanlage in Rohrenfeld und den staatlichen Stellen, die unserem RC 2018 Deutschland Team in Wiesbaden beim Deutschen Golf Verband (DGV) und der PGA of Germany zur Seite stehen.

Um alle Anforderungen für einen Ryder Cup 2018 in Deutschland zu erfüllen, müssen die regionale und nationale Wirtschaft, sportpolitische und politische Organisationen Hand in Hand arbeiten und die Bewerbung unterstützen. Beste Beispiele für das Funktionieren einer solchen Public Private Partnership (PPP) sind erfolgreiche Sportevents wie die Fußball WM 2006, Handball WM 2007 oder Leichtathletik WM 2009. Das können zwei Personen wie Bernhard und Erwin Langer nicht allein schaffen.

AZ: Sind Sie mit dem "Rückenwind" in der deutschen Öffentlichkeit für die Bewerbung zufrieden?

Was in den letzten 12 Monaten in Deutschland geschehen ist, habe ich erhofft, aber in dieser Form nicht zu träumen gewagt. Ich freue mich sehr über den Erfolg unsere „Bekenner/Unterstützer – Idee“ im Internet. Mehr als 21.000 Anmeldungen in 10 Monaten sind schon sehr beeindruckend. In 219 deutschen Golfclubs wird ein Golfturnier der RC 2018 Tour veranstaltet! … und das im ersten Jahr, nach nur dreimonatiger Ankündigung.  

Die Geschlossenheit der deutschen Golfszene ist grandios, aber auch notwendig; denn leider fehlt uns bis auf eine Ausnahme noch die Unterstützung  der Wirtschaft bzw. Industrie.Und ohne eine ausreichende finanzielle Ausstattung wird unsere Bewerbung nicht funktionieren.


AZ: Was kann noch verbessert werden?

Wir brauchen für den Erfolg der deutschen Bewerbung noch Partner aus der deutschen Wirtschaft und Industrie. Die deutsche Golfszene und die öffentliche Hand sind notwendige und wichtige Faktoren, aber sie dürfen nicht alleine gelassen werden.


AZ: Welche Kriterien werden am Ende den Ausschlag für eine erfolgreiche Bewerbung geben? Wie "tickt" die Ryder Cup Europe LLP?

Es wird das Gesamtkonzept sein, das letztlich den Ausschlag gibt. Der Ryder Cup ist eine er größten Sportveranstaltung mit immensem weltweiten Interesse, deshalb muss das wirtschaftliche und organisatorische Risiko maximiert bzw. minimiert werden. Dazu sind wir in Deutschland in der Lage. Wir müssen die an uns gestellten Anforderungen nur erfüllen.


AZ: Falls die Bewerbung 2018 nicht von Erfolg gekrönt sein sollte - würden Sie dann einen weiteren Anlauf unterstützen?

RC Deutschland, mein Bruder Erwin und ich stehen für den Ryder Cup 2018 in Deutschland. Das ist das Ziel des gesamten Teams. Sollten wir den Zuschlag für 2018 nicht erhalten, werden wir uns zu gegebener Zeit Gedanken machen.

Dieser Artikel stammt von der Homepage von Bernhard Langer www.bernhardlanger.de

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