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Zu Guttenberg gelingt seit Amtsantritt mit unglaublicher Leichtigkeit etwas, was lange Zeit vor ihm keiner schaffte. Nämlich, dass die Öffentlichkeit in Deutschland sich verstärkt für die Arbeit des Verteidigungsministeriums interessiert. Hatte man in der Führungsriege der Union nach den Wahlen gedacht, ihn auf den Posten des Verteidigungsministers wegloben zu können, damit es mal ein wenig stiller um den Politstar der Union wird, so wurde man schnell eines Besseren belehrt.

Jetzt hat der, in der Bevölkerung sehr beliebte Baron, zum ersten Mal richtige Probleme. Von der Bundeskanzlerin persönlich wurde hinter seinem Rücken ein Dossier über seine Aktivitäten in Auftrag gegeben. Seit  das von der Bild veröffentlicht wurde kursieren immer wieder Rücktrittsgedanken durch die Presse.

Natürlich dürfen all die nicht fehlen, die jetzt über zu Guttenberg herfallen und endlich ein Paar Fehler hervorkramen können. Doch erstaunlicherweise fällt diese Analyse recht mager aus. Nicht einmal die Sueddeutsche Zeitung kann mehr finden, als dass er nur "richtig oder falsch " kenne und es zu wenig Leute in den eigenen Reihen gibt, die ihn öffentlich zum Bleiben überreden wollen. Verwunderlich ist das allerdings nicht. Alle Politiker der Union, die genügend Mut für eine Unterstützung gehabt hätten, haben ihren Dienst quittiert. Guttenberg ist der einzig unbequeme Überlebende und wie es scheint lässt die gute Angie auch hier nichts unversucht, um ihn langsam aber sicher los zu werden. Ein wenig erinnert das Verhalten der Kanzlerin in diesem Fall an Stasimethoden.



Aber sind das überhaupt Fehler, die da aufgelistet werden, oder spricht das vielmehr für politische Tugenden, die seinem Parteichef Seehofer z.B. völlig abgehen? So ist er geradlinig und sagt seine Meinung. Auch scheut er nicht davor zurück, unangenehme Dinge zu sagen und falsche Aussagen zurück zu nehmen. Welcher Politiker tut das schon öffentlich? Wenn Merkel ihren jungen Verteidigungsminister auch noch rasiert, fehlt der Union so langsam jedes markante Gesicht. Mir persönlich würde es leid tun, nur noch das emotionslose Bild der Kanzlerin in den Medien zu sehen, wenn über die CDU/CSU diskutiert wird.



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Kommentare  

+9 #1 Rosa Kirschbaum 2010-06-18 13:10
So traurig es eigentlich ist, der Artikel trifft es haargenau. Zu Guttenberg ist bald der einzige Unionspolitiker, dem man meint, sein Vertrauen schenken zu können, weil er nicht nur an die eigene Nase, sondern vielleicht wirklich an das Wohl des Bürgers denkt und sich dafür verantwortlich fühlt......

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