Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv (0)
 

Am 23. Juni stimmt das Vereingte Koenigreich per Volksabstimmung ueber den Verbelib in der EU ab. sind die Folgen vorhersehbar?

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn ich in einem Verein bin und nicht mit der Entwicklung einverstanden bin gibt es 2 Moeglichkeiten. Austreten und den Verein sich selbst ueberlassen oder die Vereinsgremien durch aktives Mitgestalten nutzen um Veraenderungen herbei zu fuehren. Austreten beraubt mich dieser 2 Moeglichkeit. Ich bin halt nicht mehr Teil der Mannschaft.
Den Weg der Mannschaft kann ich aber nur als Gegner oder als Mitspieler beeinflussen.
Ich habe lange in England gelebt. Ein stolzes Volk, das man aber als geschlossenes Volk so gar nicht definieren kann. Die Staerke Grossbritanniens setzt sich aus der Vielfalt zusammen. Englaender, Schotten, Waliser, Iren, und Indische, Pakistanische, Chinesische aber auch Russische, Franzoesische, Deutsche oder andere europaeische Wurzeln. Ein homogenes "englisches" Volk gibt es nicht. Grossbritannien war immer die Idee dass man in der Vielfalt einer Gemeinschaft starker ist als alleine. Daher die beruehmte englische Offenheit und Toleranz. Vorraussetzung fuer ein Funktionieren einer solchen Gemeinschaft sind aber klare Strukturen und Regeln an die sich alle halten. Am Funktionieren dieser Voraussetzungen entzuendet sich die Kritik an "Europa"; und das nicht nur im Vereinigten Koenigreich sondern in nahezu allen Mitgliedslaendern.

Die Strukturen der EU sind eigentlich klar definiert; Kommission, Parlament und Rat. Jetzt beginnt aber das Problem. Die Kommision schlaegt vor, das Parlament und der Rat stimmen nach entsprechender Diskussion und Abstimmung zu. Der Rat setzt sich aus Regierungschefs bzw. den Fachministern der Mitgliedslaender zusammen. Teils muss einstimmig entschieden werden teils mehrheitlich. Jedes Mitgliedsland hat daher im an einer Entscheidung Rat mitgewirkt.

Die Parlamente der Mitgliedslaender erwecken aber bei ihren Bevoelkerungen den Eindruck, dass sie in den jeweiligen Laendern Politik bestimmend sind. Das stimmt nur noch bedingt. Der groesste Teil der Gesetzesvorlagen im Bundestag sind blose Umsetzungen von EU Recht. Sie sind also eigentlich schon Recht, werden nur national noch nicht angewendet da das nationale Gesetz noch nicht formuliert ist.  EU Recht bricht aber nationales Recht. Das nationale Parlament hat eigentlich gar keine wirklich freie Entscheidungsmoeglichkeit mehr, denn auf EU Ebene wurde bereits rechtswriksam entschieden. Das oeffentlich zuzugeben kommt einer Selbstbeschneidung gleich.

Die Briten spitzen diese Unklarheit mit ihrer Abstimmung in der ihnen eigenen trockenen Art zu und bringen es auf den Punkt (in or out). Will ich Einzelspieler sein oder Teamspieler?

Persoenlich halte ich das Team immer fuer staerker. Aber die Mannschaft muss richtig aufgestellt sein und die richtige Strategie entwickeln. Mit ueber 500 Millionen EU Buergern sind wir rein Zahlen maessig die Nummer 3 nach China und Indien. Die USA faellt zurueck.

Betrachten wir die Schweiz heute. Sie muss EU Regelungen akzeptieren ohne mitgestalten zu koennen wenn sie mit der EU Geschaeftbeziehungen haben will. Arbeitsrecht, Bankenrecht, Patentrecht, etc etc. selbst im Bereich des Steuerrechts kann sie nicht mehr wie frueher sagen es geht mich nichts an.

Zugegeben die Schweiz ist mit ca 10 Mio Einwohner wesentlich kleiner als das Vereinigte Koenigreich mit ca 60 Mio. Sie war auch noch nie Teil der EU. England wueder die EU verlassen, ein Aderlass von ca 10% nach der Bevoelkerung. Gemessen an der Wirtschaftskraft ist der Anteil hoeher. Er duerfte sich bei ca. 15-20% bewegen. Wenn einen Unternehmen 20% des Umsatzes wegbrechen hat das gravierende Auswirkungen. Kosten muessen dramatisch runter was meistens Personalabbau bedeutet. Unsicherheit, Existenzangst, Armut infolge Arbeitlosigkeit sind die Folgen.
England beschliesst daher nicht nur ueber das eigene Schicksal. Auch wir sind betroffen. Derzeit hat man das Gefuehl dass die europaeische Mannschaft der Staats und Regierungschefs den unsicheren Teamspieler England allein laesst und wartet bis er eine Entscheidung trifft. ich erkenne keine ernsthaften Bemuehungen den Spieler in Team halten zu wollen.
Es ist natuerlich auch sehr schwierig einen Spieler im Team halten zu wollen wenn er sich der Teamdisziplin nicht unterwirft. Er immer wieder die anderen das Gefuehl gibt sie auszunutzen. Auf Extrawuersten besteht.
Wenn diese Extra wuerste erkannbar dazu fuehren dass das Team insgesamt staerker wird ok aber ....
Ist der Sondernachlass fuer Englands Argarwirstschaft von Vorteil fuer Polen?
Brauchen Englands Finanzinstitute andere Regeln als Italienische?

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-fareast-language:EN-US;}

Diesen Artikel teilen:



Um Kommentare abzugeben, bitte anmelden bzw. registrieren.