Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 
Fünf Jahre hat sich Felix Baumgartner auf seinen Sprung aus der Stratosphäre vorbereitet. Heute soll es endlich soweit sein. Um die Schallgeschwindigkeit im freien Fall sicher übertreffen zu können, muss der Salzburger Extremsportler körperlich und mental in Topform sein, um trotz der Einschränkungen eines Volldruckanzuges, der extremen Bedingungen in der Stratosphäre und des selbst auferlegten Drucks, die Mission erfolgreich zu absolvieren.

bild bei nosvox

Seit Joe Kittinger seinen Sprung aus einer Höhe von 31 Kilometern im Jahre 1960 absolviert hat, sind viele Leute beim Versuch, ähnliche Rekorde aufzustellen, gescheitert oder gar umgekommen. Wenn Baumgartner springt, ist er unter ständiger medizinischer Beobachtung. Sieben Ärzte werden sich um sein Wohl kümmern. 

bild bei nosvox

Baumgartners Mission ist bis ins letzte Detail durchgeplant. Zwölf Stunden, bevor der Ballon mit Baumgartner in der Kapsel abhebt, geht der Salzburger schlafen. Der Schlaf ist für seinen Körper enorm wichtig, ehe er 4,5 Stunden vor dem Start aufgeweckt wurde. "Wenn ich bereit bin, dann bin ich immer bereit", so Baumgartner. Eine Stunde später kommt er im Startbereich an, um von seinem Team - darunter Chef-Meteorologe Don Day - empfangen und gebrieft zu werden.

bild bei nosvox

Zweieinhalb Stunden vor dem Start wird der 43-Jährige einem letzten medizinischen Check unterzogen, ehe er in seinen Raumanzug steigt. Danach muss Baumgartner zur Vorbereitung auf die Stratosphäre zwei Stunden lang reinen Sauerstoff einatmen, um den Stickstoff aus dem Blut zu bekommen. 30 Minuten vor dem Launch betritt Baumgartner seine Kapsel, wo er den Countdown abwartet

Ärzte am Boden und in der Luft 
Baumgartner wird von einem tatkräftigen medizinischen Team unterstützt, das von Raumfahrtmediziner Jonathan Clark geleitet wird. Clark war bereits sechs Mal als Arzt auf einem Space-Shuttle. Während des Sprungs achten sieben Mediziner sowie ein Kontingent von gut ausgebildetem medizinischen Personal auf das Wohlergehen des Extremsportlers. Das medizinische Team ist während des Sprungs sowohl am Boden als auch in der Luft stationiert, um im Notfall so schnell wie möglich zu Baumgartner zu gelangen.

Clark wird den gesamten Flug des Salzburgers vom Mission Control Center aus beobachten, um von dort sein Team zu koordinieren. Wenn bei der Mission Control nur ein Anzeichen von Schwierigkeiten im Aufstieg oder im freien Fall erkannt wird, kann das medizinische Team sofort eingreifen. Am Startplatz, am Boden und in der Luft stehen die Helfer bereit. Ein weiterer Arzt ist bei Baumgartner im Trailer, untersucht ihn ein letztes Mal und ist dabei, wenn er zur Vorbereitung reinen Sauerstoff bekommt. Er begleitet ihn auch zur Kapsel, wenn der Extremsportler bereits seinen Raumanzug trägt.

Dieser Arzt steigt danach in einen Helikopter, um den Aufstieg und den Fall aus der Luft aus zu beobachten. Zeitgleich begleiten zwei Fahrzeuge mit den Medizinern den Aufstieg von Baumgartner. Baumgartner ist zudem mit vier GPS-Geräten ausgestattet. Der Bergehubschrauber ist speziell ausgerüstet, um im Fall von Lungenschädigungen mit flüssigem Sauerstoff sofort eingreifen zu können. Eine Lungenschädigung ist eine besondere Gefahr, wenn man mit dem niedrigen Druck in der Stratosphäre in Kontakt gerät. Zudem kann dieser Arzt im Feld sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, traumatische Kopf-oder Wirbelsäulenverletzungen stabilisieren oder Wunden behandeln.

"Wir können innerhalb von Sekunden bei Felix sein", erzählte Clark. Beim ersten Testsprung war das Bodenteam schneller als der Helikopter - aufgrund des unwegsamen Geländes, erklärte der Mediziner. Bei einem Notfall sei jedoch der Hubschrauber die "erste Antwort", so Clark. Dieser würde dann Baumgartner zu einer nahe stehenden Flugrettung bringen, die ihn so schnell wie möglich in das nächste Spital bringen wird. Mehrere Krankenhauseinrichtungen seien informiert und stünden mit Druckkammern, die mit der Behandlung von Dekompressions-Verletzungen vertraut sind, bereit.

"Felix ist in einem enorm guten körperlichen Zustand", zeigte sich Clark optimistisch. "Alle Daten, die beim Sprung gewonnen werden - Körpertemperatur, Puls oder Blutdruck - werden wissenschaftlich ausgewertet", so der Mediziner.

Diesen Artikel teilen:



Um Kommentare abzugeben, bitte anmelden bzw. registrieren.