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Bönnigheim - Als kinderreichste Mutter Deutschlands gilt Barbara Stratzmann (gestorben 1503), geborene Barbara Schmotzer, aus Bönnigheim im Kreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Angeblich schenkte diese Frau, die man wegen ihres Mädchennamens „Schmotzerin“ nannte, ihrem Ehemann Adam Stratzmann (gestorben 1504) insgesamt 53 Kinder, die jedoch alle früh starben. Heimathistoriker aus Bönnigheim sind davon überzeugt, das Kinderwunder habe tatsächlich stattgefunden, Gynäkologen dagegen äußerten sich skeptisch. 

Am Sankt-Thomas-Tag anno 1498 protokollierte der Notar Friedrich Deumling aus Wimpfen die „wahrhaftige Historia“ des Kinderreichtums der „Schmotzerin“, die erst mit eigenen Ohren von ihr gehört und mit eigener Hand aufgeschrieben hat. In dem heute in der Schlossbibliothek Hornberg aufbewahrten Protokoll erzählt die „Schmotzerin“, wie sich die Zahl ihrer 53 Kinder zusammengesetzt haben soll: Demnach war sie 29 Mal schwanger und gebar 18 Einlinge, fünf Zwillinge, vier Drillinge und jeweils einmal Sechs- und Siebenlinge. Die Zahl der Geburten betrug 35.

Vier der Sechslinge waren Fehlgeburten zu verschiedenen Zeiten zwischen der 20. und 26. Schwangerschaftswoche, das fünfte und sechste Kind folgten in und nach der 36. Woche. Auch bei den Siebenlingen kam es zwischen der 20. und 26. Woche zu sechs Fehlgeburten, das in der 30. Woche geborene Kind war missgebildet und hatte – worauf folgende Formulierung hindeutet – mutmaßlich einen Wasserkopf: „Hatt ein Kopff gehabt, den man nit hat mögen überspannen.“

Irgendwann zwischen 1500 und 1525 ist das spätgotische Gemälde in der evangelischen Stadtkirche von Bönnigheim entstanden, das unter der Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem die „Schmotzerin“ und ihren Gatten mit ihren insgesamt 53 Kindern darstellt. Links vom Betrachter aus knien der Vater und die 38 Söhne, rechts die Mutter und die 15 Töchter. Spruchbänder nennen das Todesjahr von Adam Stratzmann und Barbara „Schmotzerin“, und ein Gedicht preist den Kinderreichtum.

Um 1650 schuf der Künstler Phillip Janßen einen Kupferstich, der die „Schmotzerin“ und ihren Mann sowie ihre 53 Kindern zeigt. Unter dem Bild steht eine in Versen abgefasste Geschichte der „Schmotzerin“. Ein solcher Kupferstich hing – einem Bericht des Stadtschreibers Sußdorf von 1784 zufolge – einst über der Eingangstür der kleinen Ratsstube in Bönnigheim. In der württembergischen Landesbibliothek existiert heute noch ein Exemplar jenes Kupferstiches.

Den schriftlichen Quellen zufolge wurden die Eheleute Schmotzer vermutlich um 1448 geboren. Beide waren arme und ehrliche Leute. Die „Schmotzerin“ starb 1503, und ihr Mann folgte ihr 1504 nach. Die Angaben über das Höchstalter der Kinder schwanken zwischen sieben und neun Jahren. 19 Kinder kamen tot zur Welt oder starben vor der Taufe.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Superfrauen 11 – Feminismus und Familie“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst. Das Taschenbuch ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/133126/superfrauen-11-feminismus-und-familie als gedrucktes Taschenbuch oder elektronisches E-Book im PDF-Format erhältlich. 

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