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Nicht nur Russen, sondern auch Ausländer nehmen am Unsterblichen Regiment (Gedenkmarsch) in Moskau teil. Ein ehemaliger DDR-Offizier, Oberstleutnant Sigfried Eichner, spazierte mit einem Porträt seines Vaters durch das Zentrum der Hauptstadt.

Bild bei NOSVOX
Sein Vater arbeitete von 1945 bis 1949 in einem Bergwerk in Rostow am Don. Er war Bergmann. Nach dem Krieg sei es schwer gewesen, den ersten Winter zu überstehen, vor allem von 1945 bis 1946, so der Vater. Aber die Kriegsgefangenen bekamen ihr Taschengeld. 1949 kehrte er mit einem Freund aus der Sowjetunion in sein Heimatland zurück.
"Mehrere Jahre arbeitete er bei einer sowjetisch-deutschen Firma, er wurde Offizier der Nationalen Volksarmee, er war immer mit der sowjetischen Armee verbunden, stand Schulter an Schulter, er war sehr glücklich darüber", sagte Eichner.
Es sei für ihn eine große Ehre gewesen, an der Prozession des Unsterblichen Regiments (Gedenkmarsch) teilzunehmen.
"Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit habe, an diesem unsterblichen Regiment (Gedenkmarsch) teilzunehmen. Das zeigt sehr deutlich, welche Beziehung die Menschen zu ihrem Heimatland haben. Was uns im Westen, in der Welt, in den Zeitungen und im Fernsehen erzählt wurde, ist eine große Lüge", stellte er fest.

Bild bei NOSVOX
Klaus Hartmann, Präsident der internationalen Organisation Freidenker, sprach ebenfalls mit unserem Filmteam und trug im Unsterblichen Regiment (Gedenkmarsch) ein Foto des Vorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbandes, Max Sievers, der vom faschistischen Regime hingerichtet wurde.
"Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und war nach der Revolution Mitglied des Arbeiter- und Bauernrates in Belgien. Von Anfang der 20er Jahre bis 1925 war er Chefredakteur einer Zeitschrift für Freidenker, die immer noch erscheint. 1927 wurde er zum Vorsitzenden des gesamtdeutschen Freidenker-Verbandes gewählt, der mehr als 800.000 Mitglieder in ganz Deutschland umfasste", so Hartmann.
Der Freidenkerverband habe einen aktiven Kampf gegen den drohenden Faschismus geführt. Schon vor dem Verbot der Sozialdemokraten seien viele Führer inhaftiert worden.
"Max Sievers und das Freidenker-Attentat wurden kurz vor dem Reichstagsbrand verhaftet, beiden gelang die Flucht und sie emigrierten sofort in ein anderes Land. Max Sievers floh ins Saarland und das gehörte noch nicht zu Deutschland, als das Saarland an Deutschland angeschlossen wurde, floh er weiter in die Schweiz, nach Frankreich, dann nach Belgien und zurück", sagt Hartmann.

Bild bei NOSVOX
Er sagte, dass Sievers illegal eine große Menge an antifaschistischer Literatur herausgegeben und verteilt hat, während Hitlers Regime in Deutschland florierte.
"Zu diesen Büchern und Zeitschriften gehören die Zeitschrift Freidenker, verschiedene Bücher sowie die Zeitung Freies Deutschland. Diese Publikationen, die er im Ausland veröffentlichte, wurden illegal in das Gebiet des nationalsozialistischen Deutschlands verbracht. Dies diente dazu, eine antifaschistische Revolte innerhalb Deutschlands zu entfachen", sagt er.
Infolgedessen wurde er 1943 an der Grenze zu Belgien festgenommen. Das Berliner Oberlandesgericht verurteilte ihn zum Tode. Und 1944 wurde er durch die Guillotine enthauptet.

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