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Neue Spezies Ajkaceratops ähnelt asiatischen Arten




Ein internationales Forscherteam, dem auch der Paläontologe Dr. Richard Butler, Mitarbeiter an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie sowie GeoBio-CenterLMU, angehört, hat den bislang besten Beweis erbracht, dass Horndinosaurier in der späten Kreidezeit vor etwa 85 Millionen Jahren auch in Europa lebten. Die Wissenschaftler fanden im Jahr 2009 fossilierte Überreste einer bislang unbekannten Saurierart in Westungarn. Sie nannten den nur etwa schweinegroßen Horndinosaurier Ajkaceratops nach der nächstgelegenen Stadt Ajka. Die Horndinosaurier oder Ceratopsiden waren Pflanzenfresser, die eine Vielfalt an Spezies hervorbrachten und oft in großen Herden in Asien und Nordamerika lebten. Die wohl berühmteste Art ist der mit drei Hörnern bestückt Triceratops. In Europa wurden bislang nur ein paar Zähne eines Horndinosauriers in Schweden gefunden. Nach herrschender Meinung lebten damit keine Ceratopsiden in Zentraleuropa. „Ajkaceratops wirft nun natürlich neues Licht auf die Sache“, sagt Butler. „Das Tier zeigt nämlich unerwartete Übereinstimmungen zu asiatischen Arten, was darauf schliessen lässt, dass die Tiere wohl hier einwandern konnten. Wir werden jetzt in Ungarn weitersuchen, um hoffentlich ein komplettes Exemplar von Ajkaceratops zu finden.“ (suwe)


Publikation:
„A Late Cretaceous ceratopsian dinosaur from Europe with Asian affinities“
Attila Ösi, Richard J. Butler and David B. Weishampel
Nature online, Bd. 465, S. 466-468
Doi: 10.1038/nature09019

Ansprechpartner:
Dr. Richard Butler
Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie sowie Department für für Geo- und Umweltwissenschaften der LMU

Bild: Alfred Krawietz, pixelio.de

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